Auditive Verarbeitung- und Wahrnehmungsstörung

Kinder, die von der Auditive Verarbeitung- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) betroffen sind, fallen besonders durch Probleme mit dem Zuhören und mit dem Verstehen, Verarbeiten und Wahrnehmen von auditiver Information auf.

Die Eltern beklagen, dass Aufforderungen nicht beachtet werden.
Der Lehrer bemerkt Probleme beim Schreiben und Lesen. Nicht selten werden dabei Buchstaben verwechselt.
Die Kinder nehmen Hausaufgaben, die am Ende der Schulstunde gestellt werden, nicht wahr.

Meist werden Kinder mit Teilleistungsstörungen oder mit Schulproblemen bei Therapeuten und Diagnostiker zur Abklärung der zentralen Hörfähigkeit vorgestellt um eine Funktionsstörung oder Erkrankung im Verlauf der zentralen Hörbahn zu diagnostizieren.

Die Untersuchung der auditiven Kommunikationsfähigkeit darf sich nicht alleine auf die Diagnostik der Hörbahn beschränken.
Es gibt viele Einflüsse die das Untersuchungsergebnis beeinflussen können: Die allgemeine Prüfungssituation, Motivation und Mitarbeit können genauso Auswirkungen haben, wie die Wachsamkeit und die Aufmerksamkeit zum Prüfungszeitpunkt.
Andere Sinnesmodalitäten (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen) können auch kompensatorisch eingesetzt werden, um Mängel zu verdecken. All diese Punkte machen eine genaue Diagnose schwierig und deshalb ist es notwendig die Erkenntnisse der verschiedenen Untersuchungen und deren Ergebnisse zu sammeln und zu bewerten, um ein optimales Vorgehen zu gewährleisten.
Häufig tritt die AVWS isoliert oder in Kombination mit anderen Störungen (z.B. Aufmerksamkeitsstörungen, Hyperaktivität, Lernstörungen, Störungen von Gedächtnisfähigkeiten, Spracherwerbsstörungen, Einschränkung der allgemeinen Intelligenz) auf.

Im Einzelfall kann es sehr schwierig oder unmöglich sein diagnostisch eine klare Abgrenzung zwischen solchen Störungen bzw. Krankheitsbilder zu erzielen.


Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie
Kinderzentrum München, Ludwig-Maximilian-Universität

Heiglhofstr. 63
81377 München

Für diese Informationen danken wir Herrn Dr. med. A. Nickisch vom Kinderzentrum München, LMU.

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