ADS / ADHS

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ADS oder ADHS

  • ADHS bzw. ADS, so wird eine, schon im Kindesalter beginnende, psychische Störung genannt. Symptome sind Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwäche, impulsives Verhalten und manchmal auch Hyperaktivität.
  • Nicht jedes unaufmerksame, zappelige, Kind ist hyperaktiv bzw. hat ADHS!
    Vielleicht ist es eben nur sehr verspielt, lebendig, lebhaft und reizoffen. Auch kann das Verhalten ganz andere, vielfältige Ursachen haben. Daher ist eine genaue ärztliche Abklärung notwendig.
  • Schon in der Kinderliteratur werden einige typische Beispiele charakterisiert. Der älteste bekannte „Fall“ eines „ADHS-Kindes“ ist der Struwwelpeter vor 150 Jahren, aber auch der liebenswerte Michel aus Lönneberga.

Eine Besonderheit aller Kinder, Jugendlicher und Erwachsener ist, dass sie aufgrund ihrer eingeschränkten Filterfunktion, verschiedene Signale aus ihrer Umwelt gleichzeitig aufnehmen können. Das sieht dann folgendermaßen aus:

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Alles wird oft gleichzeitig wahrgenommen. Es fehlt die Filterfunktion, bzw. der Filter arbeitet noch nicht so gut, wie nötig. Überflutung, Konzentrationseinschränkungen, Aufmerksamkeitsstörungen und letztendlich Überforderung durch die vielen Reize, die gar nicht so schnell verarbeitet werden können, sind die Folge.

Das führt zu folgenden Symptomen und Verhaltensweisen:

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Weitere Probleme treten häufig im Zusammenhang mit diesen Verhaltensweisen und Symptomen auf. Im Schulalter sieht man häufig zusätzlich noch Teilleistungsstörungen im Rechnen oder Schreiben und Lesen, leider leisten generell die Schulleistungen, trotz guter Begabung bleiben die meisten Kinder unter ihrem kognitiven Leistungspotential.

Viele Kinder und Jugendliche entwickeln mit der Zeit Ängste und Unsicherheiten und trauen sich weniger zu als andere. Soziale Kontakte sind in der Regel schwer belastet, viele Kinder werden ohne Hilfe zu Außenseiter, sie werden von Gleichaltrigen aber auch von LehrerInnen und Erzieherinnen oft abgelehnt.

Ursachen

Trotz aller bisherigen Bemühungen gibt es heute noch keine endgültige Aussage zur Entstehung von ADS und ADHS.

Folgende Einflussfaktoren werden diskutiert:

  • Erbliche oder anlagebedingte Faktoren
  • Biochemische Faktoren
  • Hirnorganische Faktoren
  • Psychosoziale Faktoren

Förderkonzepte bei ADS oder ADHS

Ideal ist eine multimodale Therapie, die aus verschiedenen Bausteinen besteht, je nach individueller Symptomatik und Problematik des Kindes.

  • Diagnose durch Facharzt (z.B. Kinderpsychiater, spezialisierter Kinderarzt)
  • Verbesserung der äußeren Bedingungen (Struktur, Reizreduktion usw.)
  • Einbeziehung des sozialen Umfeldes (Eltern, Geschwister, Lehrer, Erzieher usw.)
  • Förder- und Therapiemaßnahmen mit dem Kind (wie Psychomotorik, Verhaltenstherapie usw.)
  • ergänzende Behandlung bei begleitenden Störungen (z.B. Verhaltensauffälligkeiten, Lernschwierigkeiten, Depressionen)
  • gegebenenfalls begleitende medikamentöse Therapie (z.B. Stimulanzien)

Mit den Förder- und Therapiemaßnahmen sollen vorwiegend diese Therapieziele erreicht werden:

Entlastung des betroffenen Kindes/Jugendlichen

  • Verzögerung der impulsiven Reaktion
  • Training der Aufmerksamkeit
  • Förderung der Selbstwahrnehmung
  • Stärkung des Selbstwertgefühls
  1. Spezielle weitere Maßnahmen:

    • Beratung
    • Systemische Familientherapie
    • Training zur Steigerung der Erziehungskompetenz
  2. Entlastung der pädagogischen Fachkräfte/LehrerInnen/ ErzieherInnen
    • Beratung und Information
    • Entwicklung von individuellen Hilfemaßnahmen

Grundprinzipien, die Eltern im Umgang mit ADHS/ADS Kindern beachten sollten:

  1. Tun Sie etwas für sich selbst!
  2. Versuchen Sie nicht, perfekt zu sein!
  3. Stärken Sie die positive Beziehung zu Ihrem Kind!
  4. Stellen Sie klare Regeln auf!
  5. Loben Sie Ihr Kind häufig und unmittelbar!
  6. Seien Sie konsequent!
  7. Versuchen Sie, die Probleme vorherzusehen!
  8. Bleiben Sie möglichst gelassen!

Für diese Informationen danken wir Frau Wiltrud Wystrychowski von der Lerntherapeutischen Praxis – http://www.lerntherapie-kirchheim.de

  • gegebenenfalls begleitende medikamentöse Therapie (z.B. Stimulanzien)